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Luxbacher

Der tollwütige Fuchs

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Es gibt Dinge, die passen gut zusammen und andere, die wieder gar nicht zusammen passen. Also zum Beispiel ein heißer Sommertag und ein kühles Getränk passen gut zusammen. Oder Schnee würde beispielsweise gut zum Winter passen. Andererseits die Luxbacherin, wer sie kennt und die österreichische Parkraumbewirtschaftung passen gar nicht zusammen.

Die Luxbacherin parkt seit Jahr und Tag bei ihren konspirativen Treffen mit den Damen des Geheimbundes „Die Kaffeetanten“ in einer Ladezone vor dem Cafe T. Jetzt ist die Luxbacherin, das weiß jeder, der sie kennt, grundsätzlich durch und durch gesetzestreu. Dort aber, in dieser Ladezone vor dem Cafe T., hat sie sich sozusagen über die Jahre ein Gewohnheitsrecht ersessen, oder „erparkt“, wie man wohl sagen muss.

Kürzlich war da aber ein eifriger Polizist anderer Meinung und bestellte gleich einen Abschleppwagen. Und da fahre ich zufällig so am Cafe T. vorbei und sehe das Auto von der Luxbacherin auf diesem Abschleppwagen stehen. Und weil der Abschleppwagen kein polnisches Kennzeichen hatte, war mir umgehend klar, dass es sich um einen offiziellen Abtransport handelt.

Also Auto quer gestellt, Abschleppwagen angehalten, alles wie im Fernsehen. Und da kommt auch schon die Luxbacherin daher, die das alles vom Cafe aus beobachtet hat, ist zahlungswillig, zahlt die Raubrittergebühr, Auto abgeladen, fertig.

Fast. Denn zusätzlich zur Abschleppgebühr, die ungefähr dem zehnfachen Leistungspreis entspricht, gibt es auch noch eine Anzeige. Und damit die Obrigkeit da noch einmal richtig zeigen kann, wo oben und unten ist, schicken die nicht einfach einen Zahlschein, nein, die schicken einen so genannten RSa-Brief.

Das sind jene Briefe, die der Postler einmal sinnlos zum Haus trägt, drauf schreibt, dass er sie eh sinnlos zum Haus getragen hat, einen gelben Zettel mit dem Vermerk, dass er eh sinnlos da war, in den Postkasten wirft und die man dann auf dem Postamt abholen muss.

Postämter sind ja, wie der Name sagt, die letzten richtigen Ämter. Wenn die nicht so verstaubt wären, würde man das Kaiser-Bild noch an der Wand sehen.

Weil ich hilfreich bin, wo ich kann, wollte ich mit dem gelben Zettel dann den RSa-Brief für die Luxbacherin abholen. Statt mir, nachdem ich zehn Minuten in der Kälte auf die Öffnung des hohen Amtes gewartet habe, einen guten Morgen zu wünschen, hat die Dame im Postamt, eigentlich war sie keine Dame, eher eine Beamtin, mich nach einem Ausweis und nach dem unleserlichen Namen auf dem gelben Zettel gefragt. Dann hab ich noch erklären müssen, warum ich nicht die Luxbacherin bin, obwohl ich immer dachte, dass man so was sieht.

Weil aber an diesem Tag „leider“, wie die Beamtin, die keine Dame war, betonte, die Post zu einem falschen Postamt gekommen ist, musste ich am nächsten Tag noch einmal beim hohen Amt vorstellig werden.

2. Tag. Ausweis. Zettel. Name. Und dann die Auskunft, dass RSa-Briefe, im Gegensatz zu RSb-Briefen, nur an die Luxbacherin selbst, niemals an den Luxbacher ausgehändigt werden dürfen.

War das einen Tag zuvor nicht so? Und jetzt kann mich die Post dort lecken, wo sich das rückwärtige Etikett mit der Waschanleitung meiner Palmers-Unterhose befindet.

Der Postfuchs ist tollwütig geworden. Zusperren, Steuern sparen und durch private Dienstleister ersetzen. Und wenn ich dann schon radikal bin: Alle Beamten per Gesetz kündigen und 50 Prozent der Stellen, nämlich jene, die man auch braucht, mit ganz normalen, kündbaren, irdischen Angestellten besetzen. Dann bleiben uns griechische Verhältnisse erspart. Die Tollwut kannst du nur radikal ausrotten. Streicheln hilft da nicht.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und haben Sie schon an das Christkind geschrieben?

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