Der Herr Hu
Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Also falls Sie am vergangenen Wochenende vergessen haben, die Uhr auf Winterzeit umzustellen, hätte ich jetzt eine sehr angenehme Überraschung für Sie. Sie sind eine Stunde zu früh dran! Aber vermutlich wäre Ihnen das im Laufe der Woche schon selber aufgefallen. Also wird es wohl nichts mit der angenehmen Überraschung. Abgesehen davon wäre es wohl, abgesehen von der erwähnten angenehmen Überraschung, eher ein wenig zum Nachdenken, wenn Ihnen eine ganze Woche lang nicht auffällt, dass Sie permanent eine Stünde zu früh sind. Das würde Ihnen wohl auch Sorgen bereiten. Und Sorgen haben wir ja allesamt mehr als genug.
Die EU ist draufgekommen, dass der Rettungsschirm, unter den ganze Länder, insbesondere Griechenland und zumindest die Hälfte von Italien, Spanien und Frankreich passen sollen, vor allem aber auch der äußerst regenscheue Euro, ein wenig zu klein geraten ist. Und offenbar war er auch nicht ganz dicht. Da hat es schon verdächtig durchgeregnet, durch den EU-Rettungsschirm. Und darum sind die Damen und Herren der EU, also die größten der Großkopferten überhaupt, eine ganze Nacht beisammen gesessen und hatten auch tatsächlich gute Ideen. Wenn die Griechen die Schulden nicht zahlen können, dann sollen die doch einfach nur die Hälfte zahlen.
Das ist eine tolle Idee. Auf so etwas würde so ein einfacher Bürger wie ich gar nicht kommen. Da können wir wirklich froh sein, dass die so klug sind. Aber es ist ja kein Wunder, es war ja auch unser Herr Faymann dabei. Da muss ja was Gescheites heraus kommen. Bis zu den Ohren hat er danach gegrinst. Aber das tut er ohnehin immer.
Und die zweite tolle Idee: Wenn der Schirm zu klein ist, muss man ihn einfach größer machen. Da können dann auch die Italiener noch komplett auf den Hund kommen und die Froschfresser und alle. Kein Problem. Der Schirm ist supergroß. Aber, da bin ich vielleicht jetzt ein wenig pessimistisch und kleinkariert, Sie kennen das vielleicht eh, wenn der Wind stark weht und Sie haben einen recht großen Schirm, dann ist das gar nicht so einfach. Da passiert es leicht, dass der Wind hineinfährt und den Schirm umdreht und dann ist der Schirm beim Teufel und man ist genau so nass wie ohne Schirm.
Da sollte man vielleicht noch eine Sitzung machen und ein paar Dinge klären. Wer hält den Schirm? Was ist, wenn der Wind komm? Solche Dinge halt.
Die Griechen sind mit Schirmen ja nicht so vertraut und denken eh schon nach. Das Volk soll entscheiden, ob man den Schirm will. Ob es nicht vielleicht gescheiter ist, einmal richtig nass zu werden und sich dann, wie eh und je, in die Sonne zu legen.
Aber die Damen und Herren von der EU, die mit den großen Köpfen, sind so stolz auf den Schirm, die wollen sowas gar nicht hören. Die einzige Frage ist: Wer zahlt den Schirm? Wer schon einmal in der Getreidegasse bei Regen, also eh immer, einen Schirm gekauft hat, der weiß, was so etwas kostet. Und dann stellen sie sich das in der Dimension für ganz Europa vor. Aber die Leute mit den großen Köpfen haben auch dafür schon einen Idee. Den Schirm soll der zahlen, der das meiste Geld hat: Der Herr Hu. Der Herr Hu, wer ihn kennt, ist der Chef von den Chinesen.
Jetzt mögen die Großkopferten von der EU den Herrn Hu eigentlich gar nicht. Es wurmt sie ein wenig, dass der, obwohl er nichts von diesem wunderbaren System in Europa und Amerika hält, so einen Haufen Geld angesammelt hat, während sie, die Großkopferten, allesamt auf die Abbildung des Hundes auf dem Boden der leeren Kassa starren. Aber man braucht den Onkel Hu. Und so laden sie ihn ein. Nach Cannes, nach Wien und an den Wolfgangsee. Die Kinder tanzen, der Werner grinst, die Frau Merkel zieht das schöne Kostüm an und der Herr Hu kauft Europa.
Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und kennen sie das chinesische Sprichwort: „Wer nichts zu verlieren hat, ist reich“?


Überwiegend sonnig