Der Weihnachtswunsch
Schon wieder Freitag. Wie die erkennen kann. Der hört es Zeit vergeht. Und das Leben ist, wie gesagt werden kann, kein Wunschkonzert. Sicher jetzt kommt bald Weihnachten und da darf man bekanntlich einen Wunschzettel ans Fenster legen und dann kommt das Christkind und bemüht sich, alle Wünsche zu erfüllen. Dennoch, alles geht nicht.
Heuer ist ja das erste Jahr, in dem das Christkind und der Weihnachtsmann mit dem Osterhasen kooperieren, der ja bekanntlich auf einen Zwei-Saisonen-Betrieb umgestellt hat, damit er die für ihn tote Winterzeit überbrücken kann. Aber wenn man der Werbung für Handtelefon-Verträge glauben darf, gibt es da ja einige Zerwürfnisse zwischen dem Christkind und dem Weihnachtsmann. Es soll sogar zu Handgreiflichkeiten gekommen sein. Der Osterhase, der jetzt, wie das Vieh von der Elekrogeräte-Werbung, als Weihnachtshase tätig ist, soll angeblich schon überlegt haben, da wieder auszusteigen und sich mit neuen Produkten, etwa Weihnachtseiern, gemeinsam mit den Freilandhühnern ganz selbständig zu machen und das Weihnachtsgeschäft komplett aufzumischen.
Aber kommen wir zurück zu den Wünschen. Der Herr Putin etwa, wer ihn kennt, der ja in den letzten Jahren immer bei den Russen Präsi und dann Ministerpräsi war, hat sich vor Weihnachten einen fulminanten Wahlsieg für seine Partei gewünscht. Und damit er da nicht ganz vom Glück abhängig ist, hat er gleich den einen oder anderen Wahlzettel ein wenig so hergerichtet, dass man da nimmer viel wählen muss.
Aber die Leute sind undankbar. Trotz seiner super Politik, die viele, zumindest viele seiner Freunde, reich gemacht hat, wollte keiner so recht die Putin-Partei wählen. Die ganz bösen Menschen behaupten ja sogar, dass außer den Wahlzetteln, die der Putin selbst gefälscht hat, überhaupt keiner für ihn gezählt werden konnte. Aber weil er ein vorsichtiger Mensch ist, waren die gefälschten Zettel zumindest genug für eine einfache Mehrheit. Und so kann Putin weiter seine Politik machen. Mütterchen Russland wird es überleben. Die Menschen dort sind hart im Nehmen.
Viele Deutsche und angeblich auch viele Österreicher und mehrere Schweizer haben sich diese Woche auch gewünscht, dass der Herr Gottschalk, das ist diese Fernsehblondine mit der markanten Nase, weiterhin „Wetten, dass...“ moderiert. Aber der Herr Gottschalk will nicht mehr . Da hilft kein Christkind und kein Weihnachtsmann. Dabei hat der Herr Gottschalk ja tatsächlich am Höhepunkt der Sendung aufgehört. Nehmen Sie nur den lustigen Mann, der bei der letzten Sendung am vergangenen Samstag gewettet hat, dass er Klospülungen am Klang rauschen und sagt sofort: „Aha, das ist das Modell Super-Gaga von Häuselit“. Super . Das war ja auch irgendwie ein Zeichen. So ist das eben im Showgeschäft. Da kann eine Show dreißig Jahre lang noch so viele Leute begeistert haben, einer drückt aufs Knöpfchen und alles ist weg. Und ob sich die Leute bei „Wetten, dass...“ noch an eine neue Nase gewöhnen wollen, ist fraglich. Was lernen wir daraus? Richtig, Wünsche an das Christkind müssen realistisch sein. Und drum steht auf meinem Wunschzettel auch nicht, dass endlich Hollywood anrufen soll, weil man unbedingt das Leben des Luxbacher verfilmen möchte, nein, es sind dort pragmatische Dinge wie braune Socken zu finden. Das Leben ist ja ohnehin, wie gesagt wird, wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was drin ist.
Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und möchten Sie „Wetten, dass...“ moderieren?


Überwiegend sonnig