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Luxbacher

Der Hund

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Und schon sind wir auch wieder mitten drin im neuen Jahr. Und ich wünsche Ihnen, dass es ein gutes Jahr für Sie wird! Nach elf Jahren, die wir inzwischen rum gebracht haben, hat man sich auch schon gut daran gewöhnt, dass wir uns im einundzwanzigsten Jahrhundert befinden. Das mit der Zeit ist ja so eine Sache. Es gibt gute Zeiten und schlechte Zeiten. Und wenn man den Medien glauben darf, wobei man immer sehr vorsichtig sein sollte und ich weiß wovon ich spreche, dann dürften wir uns aktuell eher in der zweiten Gruppe, also in den schlechten Zeiten befinden. Kaum hatten wir die Krise von 2008 verdaut, sind wir auch schon mitten in einer neuen Krise. Und weil die Vorspeise, also etwa eine gratinierte Jakobsmuschel auf Pumpernickelplättchen mit Fenchelsauce, in der Regel kleiner und überschaubarer ist als das Hauptgericht, wie etwa ein Fuhrmann-Schweinebraten mit Stöckelkraut und zweierlei Knödel, könnte die neue Krise durchaus anhaltender sein als die von 2008. Also eher eine Hauptgericht-Portion. Langsam beginnt man daher dort und da zu zweifeln, ob es mit einem Rettungsschirm dort und einer Geldspritze da wirklich getan ist. Während sich die Menschen mit den großen Köpfen in Brüssel etwa Gedanken gemacht haben, wie man eine allfällige Pleite in Griechenland überleben könnte, haben die Ungarn still und heimlich ihr Land an die Wand gefahren. Die Ungarn waren ja nie mit großen Reichtümern gesegnet. Dafür haben früher die Habsburger und die aristokratischen Seilschaften und später die Russen gesorgt. Aber jetzt sind sie offenbar komplett auf den, sprichwörtlich so genannten, Hund gekommen. Sie wissen ja vielleicht, dass Sprichwörter die große Leidenschaft des Luxbacher sind. Da ist so viel Wahrheit drin. Das Sprichwort "auf den Hund kommen" rührt ja, falls Ihnen das grad aus Ihrem Wissensschatz entfallen ist, daher, dass früher in den Geldtruhen gern auf dem Boden ein Hund aufgemalt war. Und wenn alles Gold und Geld aus der Truhe entnommen war, konnte man diesen, den Hund, eben auch sehen. Vielleicht war das als Trost gedacht. Damit man, wenn schon nichts mehr zu Essen da war, wenigstens das hübsche Bildnis eines Berner Sennenhundes betrachten konnte. Dackel geht auch. Wie Sie wollen. Nur falls Sie das weiter erzählen, die Geschichte mit dem Hund am Boden der Geldtruhe ist geschichtlich gesichert, dass das Hundebild als Trost für Bankrotteure gedacht war, lediglich eine vage Vermutung. Die Geschichte mit der Geldbörse aus Zwiebelleder, wo einem immer die Tränen kommen wenn man hineinschaut, gehört übrigens vollkommen ins Reich des scherzhaften Volksgutes. Die Ungarn bemühen allerdings auch noch ein Sprichwort: Ein Unglück kommt selten alleine. Denn über die Tatsache, dass man am Boden der Staatskasse den Hund entdeckt hat hinaus, wurde das Land mit Jahresbeginn von "Magyar Köztarsasag", also "Ungarische Republik" in "Magyarorszag" umbenannt, was prägnant "Ungarn" bedeutet. Den Ungarn ist diesbezüglich zu wünschen, dass die Republik nur aus dem Namen und nicht aus dem Land gefallen ist. Das Unglück perfekt machen noch idiotische Entscheidungen der ungarischen Regierung wie die Abschaffung der Pressefreiheit oder die Staatsregulierung von Fremdwährungskrediten. Die Politik ist ein Hund, könnte man sagen. Nicht nur in Ungarn, sage ich.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und waren Sie schon einmal in Hodmezovasarhely?

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