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Luxbacher

Stöger lebt

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Da kann man jetzt machen, was man will, es wird bereits deutlich früher finster. Also nicht nur, was die griechischen und neuerdings auch die italienischen Staatsfinanzen betrifft, auch meteorologisch lacht uns der Herbst entgegen.

Man merkt das neben der früher einsetzenden Dunkelheit auch an der wieder zunehmenden Dicke der Zeitungen und Magazine. Es gibt wieder etwas zu berichten.

Den Sommer über gab es ja, dem Allmächtigen sei gedankt, die ausgebüchste Kuh, die, dem fast allmächtigen Herrn Aufhauser sei gedankt, wieder wohlbehütet auf gut Aiderbichl grast. Aber sonsten ist es im Sommer halt ein wenig lau. Aber jetzt ist wieder wirklich was los. Etwa die Hälfte der ehemaligen blau-schwarzen Koalitionsregierung des gewesenen Herrn Bundeskanzler Schüssel geriet nach und nach in Verdacht, sich neben Schmalzbroten in der Milchbar des Parlaments auch anderes schmieren haben zu lassen. Im Gegensatz zur bereits erwähnten Kuh Yvonne, von der ja vollständig erwiesen ist, dass sie illegal ausgerissen ist, gilt natürlich für alle bereits verdächtigen ehemaligen Regierungsmitglieder die Unschuldsvermutung.

Ich möchte, um findigen Rechtsanwälten hier gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, diese Unschuldsvermutung auch gleich auf all jene Regierungsmitglieder der vormaligen blauschwarzen Regierung ausdehnen, die bislang noch nicht verdächtig sind.

Zuletzt kam auch, was beängstigend ist, unser Herr Bundeskanzler, vielfach frech Werner, die Schmunzelkatze genannt, ins Gerede. Er hätte, früher, in einem anderen Leben, als er noch jung und dumm und Minister war, die ohnehin bettelarme ÖBB genötigt, sauteure Inserate in einer sehr billigen Zeitung zu schalten. Und sein damaliger Bursche, der heutige Herr Staatssekretär Ostermayer, hätte ihm dabei geholfen. Selbstredend gilt sowohl für den Herrn Staatssekretär als auch für den Herrn Bundeskanzler die Unschuldsvermutung.

Generell hätte ich die Unschuldsvermutung auf alle in diesem Land ausgedehnt. Also mit Ausnahme der Kuh Yvonne. Die Kuh Yvonne ist schuldig. Tut mir leid. Sie hat lebenslänglich in Aiderbichl bekommen. Im Angesicht der tausenden Besucher, die sie dort begaffen werden, wird sie sich wohl bald in den kuscheligen Schlachthof zurück wünschen. Aber für alle außer Yvonne: Unschuldsvermutung.

Ich möchte da jetzt nichts schmälern. Also nur so ein spontaner Gedanke. Das Wort Unschuldsvermutung birgt das Wörtchen Vermutung in sich. Also Unsicherheit. Man weiß es nicht. Die Unschuld ist also irgendwie recht vage, vermutet, unsicher.

Egal. Wirklich besorgniserregend war in dieser Woche für mich ohnehin nur, dass wir tagelang ohne unsere Staatsspitze auskommen mussten. Der Herr Bundeskanzler ist gemeinsam mit dem Herrn Vizekanzler, Spindelegger zur Erinnerung, nach New York zur UNO-Sitzung geflogen. Und um diese Veranstaltung besonders zu ehren, war dort auch gleich unser Herr Bundespräsident.

Bei ihm mag es Kalkül gewesen sein. Der alte Kreisky hat ja schon geunkt, dass der Heinzi, wenn es was Wichtiges gab, immer gerade am Häusl war. Momentan gibt es da in diesem Land so viele Ungereimtheiten, da ist der Heinzi in New York gut aufgehoben.

Froh konnte man diese Woche sein, dass wir eine so große Regierungsmannschaft haben. Kein Präsi, kein Kanzler, kein Vize, der Herr Staatssekretär Kurz war aber im Land. Die Kindergärten sind ja jetzt wieder offen.

Die wirkliche Überraschung diese Woche: Gesundheitsminister Stöger lebt! Jahre hat man nichts von ihm gehört. Jetzt will er mit einem Gesetz fünfjährige Buben davor schützen, dass sie sich leichtsinnig vom ersten Taschengeld den Busen vergrößern lassen.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und haben Sie schon die neuen Red Bull Geschmacksrichtungen probiert?

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