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Luxbacher

Das Haus

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. So heißt es sprichwörtlich. Und das dürfte auch die Realität sein. Zumindest wenn das Haus in diesem Jahr noch fertig werden soll.

Ein Tag noch, dann wird 2011 Geschichte sein. Aber vielleicht haben Sie ja schon ein Haus, dann kann Ihnen das Sprichwort ja vollkommen egal sein. Oder Sie wollen eh kein Haus mehr in diesem Jahr.

Ein Tag ist jedenfalls nimmer sehr viel Zeit. Haus, sowieso keine Chance mehr. Vorsätze sollten aber schon noch her. Neujahrsvorsätze. Weil, erstens ist das Tradition und zweitens sind Vorsätze auch total praktisch. Alles, was man immer schon tun wollte, insbesondere weil man es sich zum letzten Neujahr vorgenommen hat, dann aber doch nie dazu gekommen ist, eignet sich hervorragend für einen Vorsatz.

Vorsätze sind ja etwas in die Zukunft Gerichtetes. Es ist in einem solchen Vorsatz aber auch ein positives Element enthalten. „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“, klingt ja irgendwie auch traurig. Der Neujahrsvorsatz „Ich will ein Haus bauen“ klingt schon viel positiver.

Neujahrsvorsätze haben allerdings immer auch ein Element der Unsicherheit in sich. Ich werde in diesem Jahr ein Haus bauen. Damit bleiben wir nicht nur beim Beispiel, es zeigt sich hier auch sehr gut die zeitliche Dehnbarkeit. Wann genau ist Baubeginn? Wann soll die Hütte fertig sein? Alles unsicher. Ich werde in diesem Jahr das Rauchen aufgeben. Ein Klassiker. Mit einer ebensolchen zeitlichen Unsicherheit wie die Geschichte mit dem Hausbau.

Haben Sie schon gescheite allgemein so genannte Neujahrsvorsätze? Wenn Sie katholisch sind oder in der Kindheit zu sein glaubten, kennen Sie ja sicher die Geschichte mit der Schulbeichte vor der Erstkommunion. Wer beichten will, braucht Sünden. Ohne Sünde keine Beichte. Aber was hat man denn mit zarten zehn Jahren schon wirklich verbrochen. Da wurde ja richtiggehend gehandelt mit ordentlichen Sünden, die man auch beichten konnte, ohne sich der Lächerlichkeit preis zu geben. Da haben Einzelkinder Streitigkeiten mit Geschwistern gebeichtet, nur um die Schrift zu erfüllen. Und die Pfarrer waren glücklich und zufrieden, wenn sie dann abends beim Fernsehen mit der Köchin gekuschelt haben.

Naja, vielleicht kann ich mit ein paar Vorsätzen aushelfen. Sie könnten 2012 freiwillig mehr Steuern zahlen, damit unsere geliebte Regierung die notleidenden Banken besser unterstützen kann. Sie könnten auch gleich selbst Geld bei der Bank spenden, damit die dann höhere Boni an die Bankmanager auszahlen kann. Sie können sich vornehmen, die Welt zu retten und die Fünfundzwanziger-Glühbirne am Klo gegen ein supermodernes LED-Lamperl mit zwei Watt zum Sonderpreis von siebenunddreißig Euro und neunundneunzig Cent austauschen. Sie könnten sich den Kulturmontag im Staatsfernsehen ansehen und damit die Einschaltquote verdoppeln. Da hätten Sie auch den Nebeneffekt, dass Sie die sechshundert Millionen Steuergeld, die das Staatsfernsehen verschlingt, auch einmal auskosten.

Sie können sich aber eh auch wieder so fade Geschichten wie das mit der Raucherei, dem gesünderen Essen, dem Laufen, dem Sport oder sowas vornehmen. Oder Sie bauen ein Haus. Wie Sie wollen. Weil, Neujahrsvorsatz sowieso immer unsicher.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Alles Gute für 2012!

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