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Luxbacher

Das Sommerloch

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Ist Ihnen eigentlich auch schon einmal aufgefallen, dass in den Sommermonaten die Zeitschriften alle ein wenig dünner sind? Nehmen Sie etwa das bekannte und beliebte "News". Das wirkt im Sommer immer ein wenig dürftig. Also nicht nur dem Umfang nach, der deutlich geringer ist als in den Frühjahrs-, Herbst- und Wintermonaten. Nein, auch im Inhalt. Da wird plötzlich einem Thema ein gewaltiger Seitenumfang gewidmet, das, wenn es sich im Dezember ereignet hätte, gar nicht vorgekommen wäre. Es ist halt wenig los, wenn alle auf Urlaub sind.

Wenn keiner was tut, kann auch kaum einer was falsch machen. Und immer nur das Wetter ist auch fad. Obwohl es heute durch die Klimaverschiebung zumindest ein wenig spannender geworden ist. Die Journalisten dieser Welt atmen ja regelrecht auf, wenn es in Griechenland einmal einen ordentlichen Waldbrand gibt. Weil die Politik liegt im August eben in der Sonne oder im Schatten. Da ist ein vom Staatsfernsehen so genanntes Sommergespräch schon das höchste der Gefühle. Und jetzt denken Sie sich bestimmt, dem alten Luxbacher fällt auch nichts mehr ein. Nein, nein, keine Sorge. Für unsereins gibt es immer wieder etwas zu berichten. Weil Gedanken kann man sich ja praktisch über alles machen. Und außerdem gibt es ja auch tüchtige Menschen unter den Politikern in diesem Land. Die ruhen auch im Sommer nicht. Und selbst wenn die gar nichts tun, machen sie genug Wirbel.

Also dass da eine Politikerin in unserer geschätzten Bundesregierung, deren Namen ich nicht vergessen konnte, weil ich ihn niemals gekannt habe, die Beamten drastisch reduzieren will, obwohl wir ja, wie jeder weiß, mit der Zahl unserer Beamten ohnehin schon total am Boden sind, meine ich jetzt gar nicht.

Nein, es ist die allseits bekannte Frau Bundesministerin Kdolsky, die uns alle über das Sommerloch rettet. Dass sie das Gesundheitssystem, bei selbstverständlich dramatisch steigender Qualität, enorm verbilligen will, ist das jetzt nicht wirklich der Heuler. Das haben ja auch schon allerhand Damen und Herren vor ihr angekündigt. Mit dem Erfolg, dass das arme, kranke Gesundheitssystem immer teurer und leider auch immer schlechter geworden ist. Aber was will man machen in einem Land, in dem der Schutz der Apotheker vor niedrigen Preisen und daher drohender Armut das höchste Gut der Gesundheitspolitik ist.

Überhaupt war es nicht so sehr die Politik, mit der die Frau Bundesministerin Kdolsky uns beeindruckt. Auch nicht ihre beliebten Tanzauftritte zu später Stunde. Nicht einmal ihre tiefen Einblicke in den Kleiderschrank, die sie immer wieder gerne dem einen oder anderen Frauenmagazin gewährt. Nein, wirklich toll ist die Offenheit der Frau Bundesministerin über den Zustand ihrer Ehe samt dazu gehörendem Seelenzustand. Die ruft selber an beim Staatsrundfunk und bestellt sich ein Frühstück bei der Frau Stöckl. Und dann geht es zur Sache. Dagegen ist die Verflossene vom Herrn Baumeister Lugner zu Wien, vielfach als Mausi bekannt, ja direkt immer ein wenig zurückhaltend und fad gewesen.

Und damit entstand auch die Wortschöpfung des Jahres. Die SPÖ befürchtet durch die Frau Kdolsky eine „Verlugnerisierung“ der Politik. Postwendend haben natürlich die Schwarzen auch Haare in der Politsuppe gefunden. Die vom Buchinger nämlich.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und wollten Sie eh keine Moschee in Kärnten bauen?

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