Stille Räder
Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Den Luxbacher kann man ja bekanntlich jeden Freitag lesen. Also man muss nicht. Aber man kann. Grundsätzlich. Ich bin ja sonst kein besonders konsequenter Mensch. Aber was den wöchentlichen Kommentar betrifft, bin ich eisern. Aus allen möglichen Ländern, sogar aus China, von überall her hab ich diesen Kommentar schon in die Salzburger Bergstraße geschickt. Und immer sehr pünktlich. Selbst mit Fieber hab ich ihn geschrieben, aus dem Krankenbett quasi. Und das hat auch einen Grund. Die Menschen gewöhnen sich an wiederkehrende Dinge und Ereignisse. Wenn zum Beispiel einer jeden Abend vor dem Einschlafen eine Zigarette raucht, wobei man an dieser Stelle sofort drauf hinweisen muss, dass Rauchen Sie und die Menschen in Ihrer Umgebung umbringt, früher oder später halt, dann jedenfalls gewöhnt er sich dran. Und wenn so einer dann plötzlich vor dem Einschlafen keine Zigarette hat, weil er zum Beispiel das Pech hat, dass der Zigaretten-Glücksspielautomat grad seine Bankomatkarte nicht lesen kann, dann ist das für ihn nicht nur ärgerlich, es ist eine Katastrophe, er ist grantig, er ist fertig, er kann nicht einschlafen. Und nicht selten führen so kleine, alltägliche Detaildramen auch zum so genannten Selbstmord. Und an so was will man nicht schuld sein. Und drum schreibe ich meinen Kommentar eben immer brav und pünktlich. Weil wenn man mit so etwas anfängt und die Leute süchtig macht, da darf man es ihnen dann nicht vorenthalten.
Aber wie bei allem Grundsätzlichen im Leben gibt es ja auch Ausnahmen. Also über sechzig Jahre lang ist die SVZ immer erschienen, wenn sie erscheinen sollte. Gut, es gab immer ein paar Menschen, die sie nicht gelesen haben, aber wenn man wollte, konnte man. Und jahrelang gab es eben auch den Luxbacher an jedem Freitag. Und dann kommt eben die Ausnahme von der Regel. Denn, das kennt man ja, alles was im Leben schief gehen kann, wird irgendwann auch einmal schief gehen. Und jede Regel hat ihre Ausnahme. Und da gibt es noch tausend so wahnsinnig sinnige Sprüche.
Damit es überhaupt möglich ist, dass Sie jeden Tag eine Salzburger Volkszeitung bekommen und der Luxbacher von überall in der Welt seinen Kommentar in die Redaktion schicken kann, benötigt man die Segnungen der Computertechnik. Man dankt das den Geräten ja viel zu wenig. Sie sind da. Manchmal blinken sie ein wenig. Leise rauscht die Kühlung. Aber wirklich nett ist keiner zu den Computern. Und da wollte eben der Server, das ist so eine Art Chef bei den Computern, letzte Woche einmal drauf hinweisen, dass es ihn gibt. Und darum hat er einfach nix getan. Wenn der Server nimmer will, stehen alle Räder still. So ist das heute. Und dann natürlich ein Drama. Also den Herrn Chefredakteur hat das Jahre seines Lebens gekostet. Der hat sich wahnsinnig Sorgen gemacht, dass dann trotzdem alle ihr Fernsehprogramm bekommen. Nicht dass das Staatsfernsehen auch noch pleite macht wegen uns. Und die Lösung von der Rätselseite von der Woche vorher und die Geburtstage von den treuen Leserinnen und Lesern. Tausend Probleme wirft so ein stiller Server auf. Der Luxbacher der letzten Woche wäre übrigens der allerbeste Luxbacher gewesen. Er ist nie erschienen. Berühmt hätte ich werden können. Naja, auf www.svz.at können Sie ihn nachlesen. Wenn Ihr Computer halt geht. Seien Sie nett zu ihm.
Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und war das mit dem Computer vielleicht doch ein Akt des weltweiten Terrorismus?


Höhepunkt der Kältewelle