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Luxbacher

Mohr im Schlag

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Jetzt kommt doch tatsächlich wieder die Zeit, wo man sich Gedanken über solche Dinge wie Winterreifen machen sollte. Es sei denn, die Klimaverschiebung schlägt ganz intensiv zu und es gibt wieder einen eher sommerlichen Winter. Aber verlassen sollte man sich nicht drauf.

Vielleicht können Sie sich noch erinnern, dass ich bereits mehrfach darauf hingewiesen habe, wie vorsichtig man mit der Macht der Medien umgehen muss. Bis heute habe ich die Geschichte damals mit dem Essen in dieser Autobahnraststätte in Lindach nicht vergessen. Da hab ich wirklich nur so nebenbei darüber geschrieben. Nicht einmal wirklich kritisiert. Mehr nur so berichtet. Dass es halt nicht so besonders war. Nicht einmal solche Worte wie „grauenvoll“ oder „zum Kotzen“ verwendet. Und wie ich dann das nächste Mal wieder vorbei gekommen bin, wurde die ganze Raststätte schon abgerissen. Da denkt man schon nach. Nicht, dass der Luxbacher da eine Katastrophe anrichtet.

Jetzt geht es mir aber wieder besser. Es gibt eine neue Raststätte in Lindach. Das Essen ist hervorragend. Also sehr gut. Wunderbar. Und hübsch eingerichtet. Und nett alle. Und wunderschön gebaut. Sicher eine der besten Raststätten weltweit. So, vielleicht habe ich jetzt wieder was gut machen können. Zu viel darf man da ja wieder nicht tun, sonst heißt es wieder ich mache Schleichwerbung, damit ich mein Schnitzel billiger bekomme. Also wirklich, die Macht der Medien ist schlimm.

Ein anderes Beispiel. Jeden Tag wird irgendwer aus diesem schönen Land abgeschoben. Weil halt die Dokumente nicht recht passen. Oder weil das Gesetz und der Betroffene nicht so recht harmonieren. Oder halt einfach so. Aber wenn dann, so wie in den letzen Wochen, die Medien über einen Ganz speziellen Fall berichten, dann ist das plötzlich ein Thema. Da waren die armen Abgeschobenen plötzlich die allerbesten, am besten integrierten, tüchtigsten, nettesten Ausländer überhaupt. Da wird dann gleich darüber nachgedacht, ob die allseits so genannten braven, weil integrierten, Ausländer nicht doch bleiben dürfen.

Da verspricht dann ein Bürgermeister im Fernsehen, dass er alles tun wird, die Leutchen aus dem Kosovo zurück zu holen. Das ist schön für diese speziellen Fälle. Für die anderen, die nicht in den Medien waren und jetzt auch wieder zurück im Kosovo, nicht so schön. Die wird kein Bürgermeister holen. Für die gehen keine Schulklassen auf die Straße. Die kennt keiner. Weil, man kann sich eben nur mit dem beschäftigen, wovon man weiß. Was also nicht in den Medien ist, das gibt es nicht. So ist das eben.

Manchmal geht das auch in die andere Richtung los. Nie hat man den Herrn Meinl, den Julius den V., wer ihn kennt, in den Medien gesehen. Jetzt dafür oft. Mit seinem tadellosen Anzug und der feschen Krawatte muss er jetzt täglich erklären, warum das mit seinem Immobilienfonds doch nicht ganz so gut gegangen ist. Warum er mit dem Herrn Grasser keine rechten Kraftwerksprojekte zusammenbringt.

Der Meinl-Mohr stand einmal für die Wirtschaftskraft dieses Landes. Jetzt hat er einen Schlag bekommen. Mohr mit Schlag sozusagen. Und die Kurse der Meinl-Fonds fallen und fallen. Nichts hat sich geändert. Das sind tolle Firmen. Aber in den Medien gab es Gerüchte. Und irgendwer wird das schon wollen. Mit den Medien muss man halt aufpassen, da kannst du der Luxbacher sein oder der fünfte Julius, da kann keiner aus.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und macht der ehemalige Verkehrsminister Gorbach jetzt wirklich einen Englischkurs?

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