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Luxbacher

Bullen und Pferde

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Wenn man Tiernamen auf Menschen bezieht, ist das ja so eine Sache. Wenn man etwa jemanden als Schwein bezeichnet, ist das ja sehr unhöflich. Wenn man hingegen „Schwein gehabt“ hat, bezeichnet das einen glücklichen Umstand. In China ist heuer das „Jahr des Schweines“, und das ist für die Chinesen recht ok. Und an der Börse bezeichnet man jene Leute als „Bullen“, die optimistisch auf steigende Kurse hoffen, und die „Bären“ sind die Pessimisten. Im Tiergarten stehen allerdings viel mehr Leute bei den süßen Bären als bei den Bullen. So ist das halt.

Und auch eine ganze Berufsgruppe wird als „Bullen“ bezeichnet. Die tüchtigen Gesetzeshüter nämlich, die Polizisten. Und diesen Bullen ist jetzt ganz was Böses eingefallen. Und auch dabei handelt es sich um eine tierische Geschichte.

Den Polizisten wird es nämlich jetzt bald erlaubt sein, neuerdings so genannte „Trojaner“ an Computer zu verschicken, die dann den Computer ausspionieren und die Daten an die Bullen weitergeben. Man kennt ja die Geschichte vom „Trojanischen Pferd“, nach dem diese Computer-Dinger benannt sind. Da haben sich damals in der Antike ganz böse Jungs in einem Holzpferd versteckt. Und das Holzpferd hat man den damals so genannten Feinden auf den Marktplatz gestellt. Als Geschenk. Und die Deppen haben sich gefreut. Und dann sind die Jungs, die Bösen, herausgesprungen und haben die anderen umgebracht. Da hat sich natürlich dann keiner mehr gefreut.

Und so ähnlich ist das auch jetzt bei den Computern. Da bekommt der Herr Maier ein Mail geschickt. Und da ist ein kleines Programm dabei. Und der freut sich über das geschenkte Programm. Und in Wahrheit gibt dann dieses Programm seine geheimen Computerdaten an die Polizei weiter. Da schreibt der zum Beispiel sorglos an die Pepi-Tante, dass er vorgestern eine SVZ in der Trafik mitgenommen hat, ohne zu bezahlen. Und vielleicht ist der da sogar stolz drauf, dass er so was Wertvolles gestohlen hat. Und prompt wissen das dann die Bullen, und schon klicken die Handschellen. Oder der Herr Karl repariert schwarz das Klo vom Herrn Huber und ist so leichtsinnig, das in einem Mail auszuplaudern, weil er ja weiß, dass die Telefone ohnehin schon lang abgehört werden. Klick und aus.

Es ist ja so, dass sich Menschen sehr stark anpassen. Die Frau Oberuntersteiner hat einen Hund. Schon seit über zehn Jahren. Und so oft ich sie sehe, kommt mir vor, dass sie dem Hund immer ähnlicher schaut. Und bei der Polizei ist das auch so. Bisher haben nur die Gauner so Computerspione verschickt, um Kontonummern und so was auszuspionieren.

Und jetzt machen das die Bullen auch. Aber es ist da natürlich auch so wie bei der alten Oberuntersteinerin, die Bullen und die Gauner beschäftigen sich schon so lange miteinander, dass sie einander immer ähnlicher werden. Sie haben ja angeblich auch gemeinsame Clubs. Etwa den Verein der Freunde der Wiener Polizei. Da hört man ja allerhand in diesen Tagen. Von Reisegutscheinen und Freundlichkeiten, von kleinen Bevorzugungen von Mitgliedern dieses Clubs durch die Polizei, und dass das angeblich alles ganz normal ist. Und wahrscheinlich ist es das leider auch. Da könnte ja gar der Sau grausen…

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und auf die Winterreifen vergessen Sie mir eh nicht?

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