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Höhepunkt der Kältewelle
Am Vormittag zeitweise sonnig. Am Nachmittag breiten sich Wolken und leichter Schneefall allmählich auf den Großteil Salzburgs aus.
Temperaturen: -25 bis -9 Grad
 

Luxbacher

Der Handschuh

Schon wieder Samstag. Wie die Zeit vergeht. Gestern war ja Nationalfeiertag, und drum gibt’s Ihren Luxbacher halt ausnahmsweise am Samstag.

Jetzt dürfte sich die Klimaverschiebung wieder ein wenig zurück verschoben haben. Weil die angekündigten Kamele in den Alpen würden derzeit wohl erfrieren. Seit dem letzten Wochenende hat uns der Winter nämlich seine flockigen Vorboten gar bis in die Stadt Salzburg herunter geliefert. Da schaut man momentan natürlich schon. Auf den Bäumen noch das Laub und drauf der Schnee. Noch schlimmer natürlich auf der Straße. Am Freitagabend etwa ist es mir tatsächlich gelungen von Mondsee bis Salzburg in der Rekordzeit von nicht einmal ganz drei Stunden vorzudringen. Denn der erste und offenbar recht unerwartete Schnee auf der Autobahn ist natürlich ein ganz besonderes Erlebnis. Weil einerseits haben sich natürlich wieder nicht alle an meine mahnenden Worte von letzter Woche gehalten, sich rechtzeitig um die Winterreifen um zu schauen, und andererseits gibt es ja offenbar ganze Völker, die mit Schnee auf der Straße nichts anfangen können. Und wenn man dann so hinter einer Kolonne warnblinkender, verzweifelter, sommerbereifter Holländer dahinfährt, hat man viel Zeit zum Nachdenken.

Die Herrschaften aus den Ländern östlich von Wien, die zum Teil schon Schwestern und Brüder in der EU sind oder es so bald wie möglich werden wollen, beschleunigen den Verkehr auch nicht unbedingt. Die sind zwar wesentlich mutiger als die Herrschaften aus den Niederlanden, aber das Profil ihrer Autoreifen ist teilweise eben nur mehr eher fragmenthaft zu erkennen, und das ist bei solchen Abenden mit Temperaturen um null und Schnee auf der Straße nicht wirklich hilfreich. Aber mit so naturgegebenen Ereignissen wie dem Winterbeginn und dem Tod ist es eben so, dass man zwar weiß, dass das unvermeidlich einmal daherkommt, aber wirklich vorbereitet ist man eben nicht. Und da wäre dann jeder Tag gut, wo man das noch ein wenig hinausschieben kann, dem Tod oder dem Schneeschaufler von der Schippe springen, sozusagen. Und da führen dann Kleinigkeiten zu wahnsinnigen Aufregungen.

Nehmen wir zum Beispiel die Affäre „Handschuh“. Also am Samstag gehe ich da so mit der Luxbacherin durch die schöne Salzburger Stadt spazieren. Und weil sie schon seit der Staatsbrücke so gejammert hat, also nicht wegen dem tatsächlich bejammernswerten Baustellenzustand, sondern wegen der Kälte, haben wir für sie in der Getreidegasse bei einem sehr bekannten und beliebten Schirmgeschäft einen Schirm nebst wärmenden Handschuhen gekauft. Und weil man das ja eh kennt, dass der Mensch undankbar ist und den Schirm dann sofort, wenn es nimmer regnet, in einem Kaffeehaus oder sonst wo lieblos liegen lässt und vergisst, hab ich sie auch den ganzen Tag über immer brav an den Schirm erinnert. War keine große Aufgabe, weil es eh den ganzen Tag so halb geschneit und geregnet hat. Und wenn man sich auf eine Sache, in diesem Fall den Schirm, ganz besonders konzentriert vergisst man alles andere. In diesem Fall die hübschen, wunderbaren Handschuhe. Und das auch noch in einem Taxi. Verloren. Für immer. Ganz neu. Und weg.

Nein! Man geht einfach zu einem Taxler, erzählt ihm die Geschichte von den verlorenen Handschuhen, der telefoniert mit der Zentrale, die Zentrale mit den anderen Zentralen und am nächsten Tag steht ein Taxi vor der Tür und bringt die Handschuhe. Ok, gleich nicht vergessen ist noch einfacher. Aber dass es so nette Taxler gibt, ist auch nicht überall selbstverständlich. Dankeschön.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Samstag. Wie doch die Zeit vergeht. Und warum verschwindet immer ein Socken in der Waschmaschine?

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