Das Kamel
Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Ja manchmal kann es schnell gehen. Da verhandeln die Herrschaften in unserer geschätzten Regierung ein wenig und schon ist es passiert. Die Gesamtschule ist da. Dort und da. Als Versuch. Ab Herbst. Herbst 2008 allerdings. Wenn das zwei Drittel der Lehrer, Eltern und Schüler auch wollen. In den wenigen überhaupt möglichen Schulen. Und dann kann man, also wenn das alles so passt, vier Jahre lang probieren, ob das überhaupt geht mit der Gesamtschule. Und dann schauen wir weiter. Das ist einmal wirklich eine gute Lösung. Da kann wirklich nichts passieren.
Ich selbst hab diese Woche ja auch wieder gemerkt, wie schnell die Zeit dahin läuft. Ich hatte Geburtstag. Das ist einerseits schön. Geschenke und Essen und alle sind sehr nett. Allerdings ist man halt auch wieder ein Jahr älter geworden. Das ist einerseits auch schön, weil man sozusagen wieder ein Jahr erledigt hat, allerdings ist das Leben eben endlich und so nähert man sich Schritt für Schritt diesem Ende. Aber so ist das halt. Und dann tröstet man sich damit, dass es ohnehin jede Minute aus sein kann, wegen diesem berühmten Dachziegel, der zur Unzeit herunter kommt, und genießt den Tag. Und die Geschenke helfen natürlich auch dabei. Jetzt überlegen Sie natürlich gerade, was Sie dem Luxbacher schenken könnten. Ein schlechtes Gewissen müssen Sie jetzt nicht haben, weil Sie nicht an meinen Geburtstag gedacht haben. Nein, Sie konnten das nicht wissen. Jetzt aber wissen Sie es natürlich. Naja. Die Adresse der Redaktion ist auch bekannt. Und wenn ich Ihnen sage, dass ich schon sehr viele Krawatten habe und sie immer seltener trage, sollte das vielleicht auch ein wertvoller Hinweis sein.
Wenn das Leben dann doch einmal vorbei ist, dann ist es ja bekanntlich so, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr geht als ein Reicher ins Himmelreich. Also ich werde diesbezüglich keine Problem haben, weil wann ist man schon wirklich reich, aber den einen oder anderen könnte es aus diesem Anlass schon zwicken. Und das nicht erst vor der Himmelstür. Auch in unserem irdischen Dasein ist es oft gar nicht so gut, wenn der eigene Reichtum den Neid schürt. Das erfährt etwa der Herr Elsner, vormals bekannter und beliebter Generaldirektor der BAWAG, am eigenen Leib. In seiner mächtigen Position war er mit allen befreundet, die in diesem Land Rang und Namen haben. Jetzt sitzt er oft recht allein da auf seinem Anklagebankerl. Und das ganze Land macht sich lustig über den, der so viel Geld bekommen hat, Golf gespielt hat, ein Penthaus hat, ein Haus im Süden, alles hatte. Alles eben, was die große, gehässige Masse der Leute in diesem Land nicht hat. Ob er ein Gauner ist oder nicht, weiß ich nicht. Das entscheiden die Richter, und nicht einmal dann muss es stimmen. Dass er ein größerer Gauner ist als viele, die noch in sehr mächtigen Positionen sitzen, glaube ich persönlich nicht. Was ich aber sicher weiß ist, dass es eine Frechheit ist, dass sich ein Moderator im Österreichischen Staatsfunk darüber lustig macht, dass die Frau vom Herrn Elsner sagt, sie würde gerne wieder für ihn kochen. Das mit der Beifügung "ja, weil sonst der Kaviar schlecht wird" lächerlich zu machen, ist traurig. Noch trauriger, dass der von meinen Rundfunkgebühren lebt. Menschen bleiben auch Menschen, wenn sie am Boden liegen. Das sollte der Staatsfunk wissen. Und wir sollten heute um 17 Uhr alle die Radios abdrehen. Damit man uns bemerkt. Dankeschön.
Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und was ist jetzt eigentlich genau diese Gesamtschule?


Höhepunkt der Kältewelle