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Luxbacher

Der Hausverstand

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Haben Sie was Schönes bekommen? Vom Nikolaus? Oder hat sie gar der Krampus besucht? Also nein, wer SVZ liest, kann kein schlechter Mensch sein. Also Nikolaus. Gratuliere! Dann hatten Sie wenigstens eine schöne Woche. Jetzt wird es ja eh noch hart genug. Bekanntlich kommt ja Weihnachten. Und da werden Sie vermutlich noch ein paar Geschenke brauchen. Und weil Sie mit diesem Bedürfnis vermutlich nicht ganz allein sein werden, könnte es sein, dass da noch ein wenig Stress auf Sie zukommt.

Es ist ja lustig. Nehmen Sie zum Beispiel diese Elektromärkte wo man eben hingehen muss, wenn man kein Blödmann sein will. Immer wenn man nix braucht, sind die praktisch leer. Da bist du der erste und einzige an der Kasse. Also fast zumindest. Also glaube ich zumindest. Also wirklich wissen tu ich es ja nicht. Weil wenn ich nix brauche, bin ich ja auch nicht dort. Da wäre man ja auch ein Blödmann, wenn man da hingeht, obwohl man nichts braucht. Was ich aber sicher weiß, das ist, dass dann, wenn man was braucht, alle was brauchen und daher auch alle dort sind.

Vor Weihnachten zum Beispiel. Dabei ist da nichts billiger oder so. Im Gegenteil. Also eigentlich ist es ja vollkommen verblödet, vor Weihnachten Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Eigentlich müsste man die Weihnachtsgeschenke nach Weihnachten kaufen. Da ist alles billiger. Da ist alles da. Da ist nichts ausverkauft. Da bekommen Sie eine iPod touch wie nix und müssen sich nicht eine Stunde anstellen wie zur Zeit der Lebensmittelmarken.

Das weiß auch jeder. Und keiner tut es. Alle gehen vor Weihnachten in die gleichen Läden und kaufen die gleichen Sachen. Und die besonders Abgebrühten warten ja überhaupt bis auf den letzten Einkaufssamstag. Aber da. Na bitte. Da geht es zu. So wie damals, als der Noah mit seinem Ausflugsschiff losgefahren ist und nur mehr wenige Plätze zu vergeben waren. Dabei würde schon allein der Hausverstand gebieten, dass man sich das nicht antut und völlig antizyklisch einkaufen geht.

Der Hausverstand ist ja wieder sehr modern in diesen Tagen. Nehmen Sie zum Beispiel morgen, den 8. Dezember, her. Pikante Sache. Feiertag. Seit je her vom Handel umkämpfter vorweihnachtlicher Einkaufsfeiertag. Diesmal zusätzlich Samstag. Da hätten sich vor ein paar Jahren die Damen und Herren Billa-Manager zwei Finger abhacken lassen, wenn nicht sonst noch was, damit sie da hätten aufsperren dürfen. Und jetzt auf einmal haben die aber den Hausverstand entdeckt. Und der sagt ihnen, höre ich in der Werbung, dass auch Billa-MitarbeiterInnen einmal eine Ruhe brauchen. Und dass es dafür eh heute saftige Prozente gibt und überhaupt, Feiertag ist Feiertag. Wo würden wir denn da hinkommen.

Sehr interessant, wie sich die Dinge ändern. Was so ein Bissel Hausverstand ausmacht. Nicht, dass jetzt alle Billa-Manager Weicheier geworden wären, nein, es wird vermutlich doch eine Rolle spielen, dass Mitarbeiter an einem Samstag, der auch noch Feiertag ist, verdammt teuer sind. Und wenn einer zwei Radeln Extrawurst braucht, wird er die auch am Freitag kaufen. Und die Mischung mit der Gratiswerbung, weil ja jeder über diese Hausverstandsgeschichte mit dem Zusperren der notorischen Aufsperrer spricht, ja gar der Luxbacher darüber schreibt, hilft auch. Es lebe der Hausverstand.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und was sagt der Hausverstand eigentlich Ihnen immer so?

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