design by atikon.com - Werbeagentur Linz, Österreich
Höhepunkt der Kältewelle
Am Vormittag zeitweise sonnig. Am Nachmittag breiten sich Wolken und leichter Schneefall allmählich auf den Großteil Salzburgs aus.
Temperaturen: -25 bis -9 Grad
 

Luxbacher

Das Dunkle im Licht

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Jetzt ist der Vorweihnachtsstress bald geschafft. Noch ein Einkaufssamstag und ein Erholungssonntag, und dann kommt das Christkind. Oder der Weihnachtsmann. Oder beide. Neben dem Wirtschaftsfaktor Weihnachten mit all seinen Handelszahlen und Einkaufssamstagrekorden und so gibt es ja noch ein zweites Thema, das Weihnachten beherrscht: Spenden.

„Licht ins Dunkel“ gehört schon genau so zu Weihnachten wie ehedem „Stille Nacht“. Jedes Jahr ein Spendenrekord. Tausende Menschen freuen sich, wenn ihr Name auf dem Fernseher steht, weil sie so super gespendet haben. Schon Wochen vor Weihnachten kann man im Staatsradio Kaffeemaschinen ersteigern, die von einem Schauspieler signiert wurden. Zu tollen Preisen. Tausende Euro werden da bezahlt. Stellt sich die Frage nach dem Warum. Wenn wer eine Kaffeemaschine braucht, bekommt er die viel billiger im Handel, selbst wenn er ein Blödmann ist. Und wenn wer spenden will, könnte er seine Tausender an die Caritas schicken. Die wissen, wie das mit dem Helfen geht, und erledigen das professionell und gerne.

Warum ist es so wichtig, wenn man spendet, das in der Öffentlichkeit zu tun. Warum sieht man vor Weihnachten jeden Tag ein Bild in der Zeitung, wo einer mit einem überdimensionierten Scheck über 500 Euro herauslacht? Warum lassen sich Firmenchefs in den Medien abfeiern, weil die Mitarbeiter auf die Weihnachtsfeier verzichtet haben und dann den Tausender, um den sie nie hätten feiern können, gespendet haben?

Warum gibt es vor Weihnachten dauernd irgendwelche Wohltätigkeitsveranstaltungen, wo zuerst um tausende Euro gegessen und dann der Erlös von ein paar Hundertern gespendet wird? Warum fühlen sich Menschen gut, wenn sie einmal im Jahr zu Weihnachten mit zehn Pizzaschachteln über ein Kinderheim herfallen? Warum sind traurige Kinderaugen so wichtig für die Spendenerlöse? Warum gibt es keine Spendenplakate mit einem angesoffenen, gerade aus der Haft entlassenen Sandler? Fühlt sich die so genannte verschuldete Not anders an als die unverschuldete?

Kürzlich habe ich bei einer Veranstaltung jemanden über eine halbe Stunde lang von seiner eigenen Herzenswärme reden hören. Ich bin noch vor dem Buffet kotzen gegangen. Weil ganz ehrlich: Wirklich selig sind doch nur die, die Gutes tun und das Maul halten. Wer möglichst oft fünf Euro spendet, um oft auf dem Fernsehbildschirm zu stehen, mit dem Spendenscheck in der Zeitung ist, den traurigen Sozialfall möglichst selber und mit Kameras sehen muss, um zu helfen, ist selber arm. Arm im Herzen. Das mit der Flamme der Kerze ist nämlich so: Dort in der Mitte, wo die Flamme ganz dunkel ist, dort ist sie wirklich heiß. Wer viel Licht braucht für seine Spenden zu Weihnachten, der ist im kalten Teil daheim.

Das Jahr hat übrigens 12 Monate. Und Not gibt es immer. Und keiner holt sich die Sandler-Suppe zum Spaß. Und die Caritas und andere professionelle Hilfsinstitutionen gibt es auch das ganze Jahr. Wirklich.

Mein Chef, der manchmal recht gescheite Sachen sagt, hat einmal gemeint: „Du musst die Menschen lieben, um Erfolg zu haben. Im Leben kommt alles zurück.“ Es muss spät gewesen sein, als er das sagte. Nach Mitternacht. Seine philosophische Zeit. Ich habe übrigens nie geglaubt, dass meine Berichte was ändern in der Welt. Nur Sie denken jetzt nach. Niemand sonst.....

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Frohe Weihnachten!

Ein Unternehmen der Aistleitner-Holding
SVZ.AT als Startseite festlegen Zurück Drucken
Salzburger Volkszeitung, Schrannengasse 6, 5020 Salzburg
Tel: +43(0)662/879491, Fax: +43(0)662/87949113, Mail: