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Luxbacher

Hohe Rösser

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Sprichwörter sind irgendwie total super. Und so wahr. Es heißt ja zum Beispiel: Der sitzt auf einem hohen Ross. Und man meint damit, dass eben dieser sich sehr gut vorkommt, sich besonders fühlt, über den Dingen, hoch oben eben, weit über uns. Und es schwingt auch ein ganz, ganz kleiner Hauch von Neid mit. Was ja eigentlich absurd ist. Warum will man so sein wie der da oben, der so blöd auf uns herunter schaut? Aber neben dem Abfälligen, das in der Formulierung „auf dem hohen Ross sitzen" mitschwingt, ist es eben auch ein wenig Anerkennung und Neid. So sind wir Menschen halt.

Wie wahnsinnig richtig, so ganz im praktischen Sinn, solche Sprichwörter sind, ist mir diese Woche wieder aufgefallen. Seit die ehemalige Ballmama und Herrin des Sacher-Imperiums, die Frau Gürtler, wer sie kennt, ja jetzt auch die Chefin der Spanischen Hofreitschule ist, die sich bekanntlich ja nicht in Spanien, sondern im ersten Bezirk unserer allseits geliebten Bundeshauptstadt Wien (Stadt östlich von St. Pölten) befindet, wird ja sehr viel über die Hofreitschule geschrieben. Da gibt es ja sehr viele interessante Details. Etwa die Tatsache, dass die Vorstellungen immer bis zum letzten Platz voll mit allerhand Asiaten sind, aber noch nie was in der Kassa übrig geblieben ist. Obwohl da schon so viel herum geändert und wieder geändert und nach neuen und alten und wieder anderen Konzepten neu gemacht wurde. Eine ewige Pleite. Dabei sind die Pferde doch so hübsch. Und ein Besuch in der Hofreitschule gehört quasi zum Pflichtprogramm für jeden Wien- Touristen.

Und in den letzten Wochen sind eben auch noch ein paar kleine Details dazu bekannt geworden. Zum Beispiel kennt man jetzt die Gagen der Herrn Bereiter. Das sind die Jungs, die den Pferden die hübschen Figuren beibringen. Und so ein Bereiter verdient eben im Jahr (falls Sie von der Grippe noch ein wenig wackelig sind, bitte hinsetzen) schlappe 170.000 Euro. Nein! Eh im Jahr. Aber immerhin. Also so isoliert betrachtet und in Euro klingt das nicht so arg. Aber noch einmal: 170.000 Euro. Für EINEN Bereiter. Da wird schon klar was „auf dem hohen Ross sitzen“ bedeutet. Und noch ein Sprichwort: „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“ Wie wahr. Vorausgesetzt es handelt sich um die hübschen, weißen Pferdchen unserer Hofreitschule. Vermutlich sind es sogar beamtete Pferde.

Interessant ist auch der Vergleich des Gehaltes eines Hofreitschul- Bereiters mit anderen Funktionen im so genannten öffentlichen Bereich. Nehmen wir zum Beispiel unsere überaus beliebte, tüchtige Landeshauptfrau. Die verdient nämlich ungefähr auch in der gleichen Kategorie wie ein Bereiter. Muss man da jetzt Angst haben? Kann es sein, dass uns nach dem Motorradfreak Buchinger jetzt auch noch Gabi B. in Richtung Wien verlässt? Wird sie vielleicht die erste weibliche Oberbereiterin in der Hofreitschule? Es wäre ihr zuzutrauen. Bestimmt würden die Pferde schneller laufen, höher springen und vielleicht würde sogar was in die Kasse kommen. Es wäre jedenfalls nicht teurer als bisher. Eine Hofreitschule voller Landeshauptleute wäre kostenneutral. Glückliches Österreich.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und wissen Sie, wie viele Luxbacher-Bücher man um 170.000 Euro kaufen könnte? Sie brauchen aber eh nur eins…

 

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