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Luxbacher

Böser Bulle

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Westautobahn. Richtung Salzburg. Loosdorf. Der Staatsrundfunk belustigt aus dem Autoradio mit den von ihm so genannten neuen Österreichern. Man ist auf dem Weg nach Hause. Wien im Rücken. Alles klar, oder?

Plötzlich nimmt man im Rückspiegel blinkende Lichter wahr. Blinkende Lichter! Und dann schaut man da ein wenig genauer. Da steht plötzlich "Polizei!" auf einer Art Leuchtreklame. Mit Rufzeichen! Den Rest kennen Sie vermutlich eh aus eigener Erfahrung. Man wird deutlich langsamer. Man lässt die Hüter des Gesetzes überholen. Fährt hinter ihnen her. Denkt an die Tristesse in heimischen Gefängnissen. Denkt an Bargeld. Verflucht den Stress des Lebens und die verdammte Autoindustrie, die einem so viele PS aufgezwungen hat.

Dann parken die Hüter des Rechts besonders lässig ein. Man bleibt brav stehen und lässt das Fenster runter. Dann winkt einer mit einem unidentifizierbaren Ausweis herum und sagt irgendwas von „Mayer“ und „Verkehrsabteilung“ und dass man ja den Grund der von ihm so genannten Anhaltung vermutlich eh kennt. Man stellt sich dumm und wird darüber aufgeklärt, dass man auf österreichischen Autobahnen eben nur 130 fahren darf und nicht 175. Und überdies muss man nach jedem Überholvorgang wieder rechts fahren und so weiter und so weiter.

Während er seine interessanten Ausführungen fortsetzt, die dann damit enden, dass man eigentlich für so was erschossen wird, er aber da ein Auge zudrücken könnte und halt nur 170 auf den Zettel schreibt und dieser Zettel dann für ein wenig Bargeld gleich zu haben wäre, zückt man schon einmal die Geldtasche und übt sich in Demut und Ergebenheit. Er tut ja auch nur seine Pflicht, wie man so sagt. Und die Polizei ist ja auch sozusagen Freund und Helfer. Das wurde zumindest damals in der Volksschule so gesagt. Ich denke es war die Frau Direktor Winter, wer sie kennt, die das gesagt hat. Die wird auch nimmer leben.

Naja. Und weil jeder von uns schon einmal solch ein Erlebnis hatte, freuen wir uns natürlich diebisch, wenn es den Jungs von der Polizei jetzt auch an den Kragen geht. Haha! Da gibt es ja jetzt Sachen. Unglaublich.

Die haben da das Fräulein Kampusch acht Jahre in ihrem Keller sitzen lassen, weil es keinen recht gefreut hat, den Priklopil zu Hause zu besuchen. Und Akten werden da gleich direkt an die Parteien weiter gegeben, und wenn die grad keinen Wirbel brauchen können, dann wird halt einmal ein Akt wieder ganz unten in den Stapel gelegt.

Da gibt es ja unglaubliche Skandale. Angeblich halt. Sagt zumindest einer von den Oberbullen, der scheinbar einmal von den anderen Oberbullen schlecht behandelt wurde oder schlecht geschlafen hat oder überhaupt eine Petze ist. Und anscheinend – aber bitte, von mir haben Sie das nicht – soll sogar das allerhöchste Innenministerium da verwickelt sein.

Das gehört natürlich jetzt untersucht. Auch natürlich von den Oberbullen. Von anderen halt. Oder auch von denselben. Genau weiß man das nicht. Und wenn die nicht gescheit tun, dann macht der Herr Pilz wieder einmal einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Aber dann!

Also mein Herr Mayer von der Verkehrsabteilung war recht ok. In Loosdorf. Ich hab die dreißig Euro gern gegeben.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und was genau ist eine Bananenrepublik?

 

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