Trotzdem Oscar!
Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. War das jetzt schon der Frühling? Und kommt der Winter noch einmal? Sind die 20 Grad Tage schon die Vorboten der totalen Klimaverschiebung?
Keine Ahnung. Schön ist es aber schon, wenn man im Februar im Freien seinen Kaffee trinken kann. Und noch dazu sind wir jetzt Oscar! Ja! Wir! Ok, die Deutschen haben natürlich gleich wieder dazu gemeckert, dass der Film „Die Fälscher“ ja mehr oder weniger eine deutsch-österreichische Co- Produktion ist, aber in die Hand gedrückt haben die Amis den Oscar einem Österreicher, und den geben wir jetzt nicht mehr her. Auf immer und ewig sind wir jetzt Oscar. Die Deutschen sind eh schon Papst und alles. Das reicht.
Aber im Leben ist es eben auch ein wenig so wie mit dem Wetter. So ganz ungetrübt ist es selten. Denn einerseits freuen wir uns wie die Schneekönige, dass wir jetzt Oscar sind und andererseits haben wir auch eine Regierung. Also eher zwei.
Das ist halt das Problem mit Koalitionen. Das kennt ja eh jeder, der verheiratet ist. Einerseits gehört man zusammen und andererseits wird die Zweiteiligkeit des Ganzen eben ab und an zur Zwistigkeit. Und so geht es halt auch unserer allseits geschätzten und beliebten Regierung. Der Herr Bundeskanzler lässt keine Gemeinheit aus und ist für einen Untersuchungsausschuss, der die Grauslichkeiten der ÖVP untersuchen soll. Und die Schwarzen sind da natürlich angefressen. Weil so was tut man nicht. Und schon gar nicht, wenn man selber bis zum Hals im Bawag-Skandal steckt. Jeder versucht halt dem anderen die noch gemeineren Gemeinheiten anzudichten und möglichst auch zu beweisen.
Das Problem dabei ist, dass man damit auch keine Wahlen gewinnt. Und so geht auch die Drohung mit den Neuwahlen ins Leere. Weil unsereins, das allseits so genannte Wahlvolk, weiß halt langsam nimmer recht, wie man da mit dem Wählen tun soll. Durch die allseits aufgedeckten Skandale will das Vertrauen nicht so wirklich wachsen. Und das Ergebnis einer Neuwahl kennen wir auch. Sondierungsgespräche. Große Koalition. Sparpaket. Neue Skandale. So wirklich spannend ist das halt auch nicht. Und da wird langsam der Hunger groß nach neuen Köpfen. Solche, wo auch was drin steckt. Köpfe mit einem ehrlichen Gesicht. Weil mit dem, was da jetzt im Parlament gespielt wird, bekommt man keinen Oscar. Das ist sicher.
Trotzdem möchte ich heute auch einen Polit-Oscar verleihen. Und zwar für die absolut ultimative, nicht mehr zu übertreffende, verblödetste Idee, die es jemals in der heimischen Politik gab. Und der Oscar geht: an die Grünen. Als beste Nebendarstellerin an eine Dame, deren Namen, Gott sei gedankt, keiner kennt und die jüngst im Staatsfernsehen verkündete: Die SUV, also die hochgestellten Allradautos, sollen in Städten verboten werden. Die brauchen nämlich viel Platz und sehen gefährlich aus. Richtig aggressiv.
Und der Oscar für die Regie: an Frau Petrovic. Eine aufrechte Österreicherin, die jetzt auf einmal in Niederösterreich im Wahlkampf kandidiert. Die will diese Autos auch verbieten. Nicht dass nämlich diese aggressiven Autos die Aussicht auf das Biolokal vom Herrn Petrovic im noblen ersten Wiener Gemeindebezirk verstellen. Und überhaupt ist so ein 78-er Golf ohne Kat und alles oder ein Van, der ja gleich viel putziger ausschaut als ein Allrad- Fiat-Panda, viel gescheiter.
Dummheit gepaart mit Arroganz und dem Mangel jeglichen Sachverstandes kann einfach durch nichts ersetzt werden. Oscar! Eindeutig! Wählerstimmen? Naja, mal sehen.
Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und haben Sie auch schon den neuen Hicke-Hacke Klingelton?


Höhepunkt der Kältewelle