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Luxbacher

Hund und Katz

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Wenn Sie Haustiere haben, dann kennen Sie das ja eh. Es gibt Haustiere, die sich sehr gut miteinander vertragen. Also zum Beispiel wenn Sie jetzt einen Goldfisch in einem schönen, runden Goldfischglas in der Küche stehen haben und Ihren Hansi, den Sittich, im hübschen Käfig im Wohnzimmer, dann werden die sich vermutlich sehr gut miteinander vertragen. Das mag zum einen in der Unkenntnis des einen über die Existenz des anderen liegen und wohl auch ein wenig daran, dass die beiden in so unterschiedlichen Welten leben, dass sie sich praktisch nix zu sagen haben.

Wenn Sie jetzt aber zum Beispiel zwei Hunde haben, ist die Sache schon ein wenig anders. Da kann es natürlich sein, dass der eine Hund den anderen gleich ohne viel Getue als Chef anerkennt. Dann haben Sie Glück gehabt. Weil da gibt halt dann der Hundechef den Ton an und der Hundesohn läuft hinterher. Und es ist Ruhe. Wenn die beiden natürlich zuerst einmal ein wenig Zeit brauchen, um heraus zu finden, wer denn jetzt in Zukunft der Chef sein soll und wer hinterher trottet, dann können schon ein paar Vasen und Nerven draufgehen. Und wenn die sich eigentlich gar nicht einigen können und jeden Tag die Chef- und Lehrling-Rolle neu verteilen, dann wird Ihnen sicher gar nicht fad.

Eine besonders amüsante Paarung, und das besagt ja auch eines von diesen zutreffenden so genannten Sprichwörtern, ist Hund und Katz. Denn die vertragen sich weder sprichwörtlich noch in der Realität. Sie sind halt doch recht verschieden in ihren Lebensgewohnheiten. Wenn der eine Ruhe haben will, ist der andere besonders lustig, und umgekehrt. Weil sie dann aber doch genug gemeinsame Gene haben, um den anderen zu verstehen, können sie aber super miteinander streiten. Und die Geschichte mit Chef und Lehrling ist praktisch nie zu klären. Aber bei Hunden und Katzen ist das ja inzwischen sozusagen gesellschaftlich akzeptiert, dass die ab und zu ein paar Problemchen miteinander haben, sich kratzen, beißen, jagen und sekkieren. In aller Freundschaft natürlich.

Bei unserer allseits geschätzten und beliebten Regierung wundert uns das aber plötzlich. Dabei probieren die ja wirklich mit großer Mühe alles, um zu Gemeinsamkeiten zu kommen. Wenn sich der eine in den Geldtöpfen einer Bank bedient hat, versucht er sofort darauf hinzuweisen, dass eh die anderen auch schon einmal schlimm waren und Akten aus dem Justizministerium angefordert haben. Das ist nicht böse gemeint. Man versucht halt nur den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Einen Neuanfang, wie man so sagt.

Sicherlich, trotz aller Mühe zur Gemeinsamkeit gibt es halt oft dieses klassische Hund-und- Katz-Dilemma. Wer ist der Chef? Wer nicht? Wie macht man das, dass man eine Steuerreform macht, aber auch wieder nicht? Da spielen sich ja Dramen ab bei diesen armen Leuten. Und selbst sozusagen unter den Hunden und Katzen selbst gibt es viele Fragen. Soll Gusi der Leithund bleiben?

Wirklich einig sind sich aber alle, dass man keine Neuwahlen will. Weil da könnte dann eben auch herauskommen, dass man wieder gemeinsam da sitzt. Im Tierheim. Weil einen keiner mehr will. Vom Regen in die Traufe. Und so kratzen sie halt weiter.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und haben sie auch schon einmal den Herrn Bundeskanzler angesudert?


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