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Luxbacher

Mein Gott, Walter

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. Und Italien bekommt eine neue Regierung. Was eigentlich, irgendwie, sozusagen nicht wirklich ungewöhnlich ist. Italien bekommt ja relativ häufig eine neue Regierung. Im Schnitt so einmal im Jahr. Wenn man von diesem Jahr die Zeit der Regierungsbildung abzieht, sagen wir einmal drei Monate, bleiben neun Monate durchschnittliche Regierungszeit pro Regierung.

Und wenn man noch berücksichtigt, dass die Tatsache, dass jede italienische Regierung durchschnittlich schon nach einem Jahr das Handtuch wirft, auch Gründe haben muss und daher noch etwa sechs Monate Regierungskrise pro Regierung abzieht, bleiben drei Monate. In diesen drei Monaten im Jahr wird Italien regiert. Es sei denn, es fällt gerade in diese drei Monate der August. Im August wird gar nicht gearbeitet, daher auch nicht regiert, also zwei Monate.

In zwei Monaten schaffen es italienische Regierungen ein Land zu regieren, das sehr viel größer ist als Österreich, viel mehr Einwohner hat als Österreich, viel schönere Bekleidung erzeugt als Österreich und aus dem nicht zuletzt auch noch Autos wie Ferrari oder Fiat 500 kommen, die Krönungen des Autobaus sozusagen. Wofür sich bei uns die allseits beliebte Regierung quasi dreizehn Monate im Jahr erfolglos abmüht, schaffen die oft liebevoll als Nudelesser bezeichneten südlichen Nachbarn in zwei Monaten. Das ist dolce vita. Gratulation.

Solche Super-Regierungen verlangen aber natürlich nach entsprechenden Köpfen an der Spitze. Also da braucht man natürlich schon einen Chef mit Führerqualitäten. Da richtet man mit einem Gusi nichts aus. Für so einen tollen Job braucht man einen wie Silvio Berlusconi. Wer, wenn nicht er? Eigentlich eine klare Sache.

Der Herr Berlusconi ist ja allseits sehr bekannt und beliebt. Und darum wird er, mit kleinen Abständen dazwischen, auch immer wieder Regierungschef. Die Tatsache, dass man an seien Zeitungen, Zeitschriften, Radioprogrammen und Fernsehsendern als Italiener nicht ganz vorbei kann, weil sie ihm praktisch alle gehören, hilft natürlich auch ein wenig. Und dass er einer der reichsten Italiener ist, ihm also im Wesentlichen alles gehört, was nicht der Familie Agnelli und den Familien der Cosa Nostra anhängig ist, ist sicherlich auch von Nutzen.

Und er ist halt auch ein super Politiker. Rotzfrech und so fesch mit seinen eingepflanzten Haaren am Kopf, ein Bild von einem Mann. Früher im Alten Rom hätten sie Statuen nach ihm gemacht. Heutzutage wird er halt Ministerpräsident. Wieder einmal. Und er wird das wieder ganz, ganz toll machen. Brava! Ganz genau so gut wie die letzten Male. Ganz genau so.

Wirklich bewundern tu ich ja den Herrn Walter Veltroni. Nein, der Hausmeister vom Zwölferhaus heißt Walter Huber. Ich meine den Gegenkandidaten von Berlusconi bei der Wahl in Italien. So einer taugt mir. Der weiß ganz genau, dass er null Chance hat, und wahlkämpft trotzdem wie ein Großer. Wie die Skifahrer aus Mexiko. Die find ich auch super. Sichere Niederlage. Voller Einsatz. Mein Gott, Walter.

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und haben die gestiegenen Nudelpreise was mit Berlusconi zu tun?


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