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Luxbacher

Nur Staub

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit vergeht. So ein Freitag stellt ja immer unglaubliche Anforderungen an uns. Also an mich jedenfalls. Jetzt haben Sie sich daran gewöhnt, jeden Freitag etwas von mir zu lesen. Da brauche ich allerdings auch ein Thema.

Natürlich, ja, die EURO, also diese Fußballgeschichte, kommt bald. Das wäre ein Thema. Allerdings natürlich kein besonders interessantes. Denn inzwischen hat ja beim Staatsradio praktisch schon jeder einen neuerdings so genannten Flatscreen beim EURO-08- Gewinnspiel gewonnen. Früher nannten wir das Ding Fernseher.

Warum das Staatsradio gerade Fernseher verlost, weiß ich übrigens auch nicht. Es würde ja sicher auch hübsche, flache Radiogeräte geben. Und das zweite, zugegeben recht persönliche Problem mit dieser Fußball-Europameisterschaf ist, dass mich das genau gar nicht interessiert. Null. Und da ist es dann natürlich schwer, glaubwürdig zu bleiben. Aber der guten Ordnung halber: Die EURO 08 kommt bald. Viel Freude dabei. Hicke, hacke!!

Dass Benzin und Diesel jetzt ungefähr doppelt so viel kosten wie zu der Zeit, als uns die so genannten Großparteien vor den Grünen gewarnt haben, die den Sprudel verteuern werden, ist auch eine bekannte Tatsache. Die Grünen sind immer noch eine verschwindende Randerscheinung und der Sprit ist trotzdem teuer. Und deswegen wird kein Kilometer weniger gefahren. Nur der Scheich, der ist reich.

Und in China gab es ein Erdbeben. Das ist tragisch. Traurig. Und doch auch wieder eine Chance. Da zeigt jetzt ein Land, wie es fähig geworden ist, mit dem eigenen Unglück umzugehen. Es offen zu zeigen. Es mit Anstand zu ertragen und die Not zu lindern. Das macht es denen, die China gerne als einzementierte Diktatur darstellen, natürlich jetzt ein wenig schwer, glaubwürdig zu bleiben.

Einer tut sich da ganz besonders schwer. Der immer lächelnde Herr Lama. Dalai Lama. Der seit Jahr und Tag im Exil lebende Halbgott tingelt daher durch die Lande und wirbt für seine Sache. Und so kam er, der es immer wieder schafft, seine Weisheiten so nach dem Publikum zu richten, dass die Medien ihn lieben, diese Woche nach Berlin. Und auch dort hat er seine Sätze aufgesagt, von den bösen Chinesen und den guten Tibetern, von denen er kaum einen kennt. Tausende haben ihm beim Lächeln zugeschaut.

Die Politik hatte aber andere Termine. So musste sich der Herr des Palastes mit den tausend Räumen in Berlin mit der musikalischen Untermalung der Band „Zweiraumwohnung“ zufrieden geben. Ein Zeichen? Er hat es mit einem Lächeln ertragen. Er, der mit zwei Jahren in seinem Dorf von den Obermönchen dazu auserkoren wurde, ein Mönch, ein Weiser, ein König und Gott zu sein. Die Wiedergeburt der Wiedergeburt der Wiedergeburt des immer wieder geborenen Dalai Lama. Staub ist er und zu Staub wird er werden. Ich sag es Euch. Da kann der lächeln und Spenden für seine Exilvilla sammeln, wie er will. Ok, erwischt. Der Luxbacher mag keine Menschen, die sich für Götter halten. Staub sind sie. Nur Staub.

Das wäre dann auch das Thema für diesen Freitag gewesen. Staub. Dieser verdammte, Ekel erregende Blütenstaub auf dem Auto. Heimtückisch wartet er, bis man mit der schwarzen Karosse aus der Waschanlage kommt. Und schon legt er sich über den Lack. Und vielleicht lächelt er sogar. Wer weiß?

Ja ja, jetzt ist schon wieder Freitag. Wie doch die Zeit vergeht. Und sind Sie eh auch dafür, dass wir jetzt gegen Quittung immer die billigsten Medikamente bekommen?



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